PRESSEMITTEILUNGEN

Erklärung des Buchener Bürgermeisters Roland Burger zur Zeitungsartikel vom 11.09.2023

Sehr geehrter Herr Bozkurt,

im Nachgang zu unserem freundlichen Gespräch am Freitagnachmittag bestätige ich Ihnen gerne, dass mit meiner von Ihnen hinterfragten Aussage, bei der in der Tagespresse Bezug auf eine frühere Kauf- bzw. Nutzungsabsicht des Kinoareals durch einen muslimischen Verband genommen wurde, kein Angriff auf die muslimische Gemeinschaft in Buchen im Allgemeinen und auf den örtlichen Verband DITIB Buchen im Besonderen verbunden bzw. beabsichtigt war.

Tatsächlich hatte ich dem Gemeinderat im Rahmen eines Stadtrundgangs die Hintergründe des Kaufs des ehemaligen Kinogebäudes durch die Stadt Buchen erläutert, ohne näher auf die damaligen Nutzungsüberlegungen einer muslimischen Gemeinschaft einzugehen, aber die damaligen Kaufabsichten und geplante Nutzung durch einen muslimischen Verband erwähnt. Zum Hintergrund:  2010 gab es Pläne eines muslimischen Verbands, das Kino zu kaufen und dort ein muslimisches Schulungszentrum einzurichten. Die kaufinteressierte Gemeinschaft mit Vertretern u.a. aus Mannheim stand damals im Verdacht, in ihren Einrichtungen Menschen auf einen integrationshemmenden, strengstens scharia-orientierten Islam hin zu indoktrinieren.

Im Januar 2011 wurde das Baurecht geändert, um eine solche Einrichtung an dieser Stelle zu verhindern. Erst 2016 erfolgte dann der „Rettungskauf“. Dieser Begriff bezog sich allerdings auf das Ziel die Bausubstanz zu erhalten und die Absicht, den Leerstand einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Da die Sanierung des Gebäudes im Bestand dann leider nicht gelungen ist, kam es nun zum Abriss, dem im Herbst ein Neubau folgen soll.

Dass die verkürzte Darstellung in den Tageszeitungen verletzend auf Menschen mit muslimischem Glauben wirken konnte war selbstverständlich nicht meine Absicht. Mir ist sehr an einem friedlichen Miteinander mit Ihnen, unseren muslimischen Bürgerinnen und Bürgern gelegen. Unsere bisherigen Kontakte waren immer freundlich und von Wohlwollen geprägt. So soll das auch bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Burger

Zeitungsartikel vom 11.09.2023 in Fränkische Nachrichten zum Thema „Projekte dauern länger und sind teurer”

Mit Bedauern haben wir die unglücklichen Aussagen des Buchener Bürgermeisters gelesen, dass der Kauf des ehemaligen Kino-Areals durch die Stadt Buchen eine Rettungsaktion war, weil dadurch dort der Aufbau eines Muslimischen Schulungszentrums verhindert wurde.

Wir Muslime sind an Islam-Feindlichkeit einiger Randgruppen gewohnt aber die pauschale Diskriminierung der Muslime durch ein Bürgermeister mit der Aussage die Stadt musste das Areal aufkaufen, um es vor Muslime zu schützen, hat uns als muslimische Einwohner der Stadt Buchen irritiert und gekränkt. Solche Aussagen von offiziellen Stellen fördern die weitere Diskriminierung und Ausgrenzung der Muslime in der Bevölkerung.

Als Muslime, die teilweise seit über ein halbes Jahrhundert in Buchen friedlich leben, halten wir die, sich europaweit ausbreitende, Islam-Feindlichkeit sowie die pauschale Diskriminierung und Ausgrenzung aller Muslime als eine Art von Rassismus, der in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft nicht zu suchen hat und deshalb von demokratischen Kräften bekämpft werden muss, statt es zu fördern.

Als Türkisch-Islamische Gemeinde in Buchen, deren Mitglieder zum größtenteils Einwohner der Stadt Buchen sind, fordern wir die Offiziellen in aller Freundlichkeit auf den Sachverhalt klar zu stellen und sich auch klar zu den muslimischen Einwohnern zu bekennen.

DITIB-Türkisch Islamische Gemeinde zu Buchen e. V.